Aktuelles aus dem EZETTHERA

EZETTHERA Newsletter Juli 2026

Glaubenssätze sind wie Unkraut. Keiner hat sie gesät und sie wachsen trotzdem überall.
unbekannt

  • Tanztherapie, Bewegungsanalyse, Fortbildung
  • Meine Gedanken dazu sind wie immer am Ende des Newsletters...

    Liebe Tanz- und Therapieinteressierten,

    unsere Angebote helfen, den lebenseinschränkenden Glaubenssätzen auf die Spur zu kommen und sich von ihnen zu befreien.

    Inhalt des Newsletters:

    1. Quereinstieg in laufende Ausbildungen
    2. Seminare und Workshops
    3. Kurse
    4. Chorkonzert
    5. Tanztherapie Podcast

    1. Quereinstieg in laufende Ausbildungen

    Im Moment laufen noch drei Ausbildungsgruppen für die Ausbildung in Systemischer Tanztherapie am EZETTHERA nach BTD/BTA-Standards. Es gibt somit noch die Möglichkeit eines Quereinsiegs in die laufenden Ausbildungsgruppen. Die Voraussetzung dafür sind Nachweise in tanztherapeutischen Fort- und Ausbildungen. Diese werden von uns geprüft und entschieden, ob und wann ein Quereinstieg möglich ist. Bei Interesse schicken Sie gerne Ihre Bewerbungsunterlagen mit den Nachweisen sowie einem kurzen Lebenslauf an info@ezetthera.de

    2. Seminare und Workshops

    Seminare 2027

    3. Kurse 

    Online-Kurse

    4. Chorkonzert

    Der Medicantus-Chor-München gibt am Sonntag, 19.07.2026 um 19:00 Uhr ein kleines Konzert im EZETTHERA. Der Eintritt ist frei und wir freuen uns über zahlreiche ZuhörerInnen.

    5. Tanztherapie-Podcast

    Der Tanztherapie-Podcast von Wiebke Würdig wächst weiter. Es lohnt sich also reinzuhören. Der Podcast erscheint zweiwöchentlich, immer donnerstags.  
    Hier könnt Ihr den Podcast hören: YouTube und Deezer oder Spotify und Apple Podcast
    Folgt auch dem Podcast-Instagram-Profil, dort wird über neue Folgen usw. informiert: Instagram

    ...Unser Leben ist gepflastert mit Glaubenssätzen. Sie bieten uns Richtung. Sie zeigen uns, was für uns falsch oder richtig ist. Sie formen Beziehungen, sie schaffen Distanz und sie schaffen Nähe. Sie sind meist so tief in uns verankert, dass wir sie überhaupt nicht wahrnehmen. Manche Glaubenssätze können klar formuliert werden, aber viel mehr Glaubenssätze schlummern unter der Oberfläche und beeinflussen unser Handeln und unser Denken. Rassistische Glaubensätze sind meist leicht zu entdecken. Schwieriger wird es schon bei Alltagsglaubenssätzen. Die Frau erzählt stolz, dass ihr Mann im Haushalt mithelfe. Sie merkt aber nicht, dass sie ihren Mann behandelt wie ein Gast, der freundlicherweise mithilft und nicht wie ein Mensch, der in diesem Haushalt lebt und deswegen selbstverständlich auch einen Beitrag leisten muss. Nicht selten prägt die Geschwisterreihenfolge verschiedene Glaubenssätze die Älteren meinen, dass niemand da ist, um ihnen zu helfen, während die Jüngeren glauben, dass immer jemand da ist, der ihnen hilft. Dies führt im Erwachsenenalter dazu, dass das ältere Geschwister immer noch glaubt, nicht um Hilfe bitten zu können, während das Jüngere nicht in die Eigenverantwortung geht, weil ja schon jemand da ist, der helfen wird. Wie entstehen Glaubenssätze? Aus einer Erfahrung wird eine Deutung; aus der Deutung wird eine Erwartung; aus der Erwartung wird schließlich ein Glaubenssatz. Glaubenssätze gehören zu den unscheinbarsten und zugleich wirkmächtigsten Kräften des menschlichen Lebens und beeinflussen nahezu jede Entscheidung, Beziehung, Selbstdeutung und Zukunftsentwurf. 
    Einmal entstanden, stabilisieren sich Glaubenssätze durch selektive Wahrnehmung. Der Mensch nimmt bevorzugt wahr, was zu seinen bestehenden Überzeugungen passt. Wer glaubt, nicht liebenswert zu sein, registriert Zurückweisung besonders schnell und übersieht Zuwendung leichter. Wer glaubt, immer stark sein zu müssen, deutet eigene Bedürftigkeit als Schwäche. Auf diese Weise erzeugt der Glaubenssatz Belege für sich selbst. Er ist nicht nur Inhalt des Denkens, sondern ein Filter, der bestimmt, welche Erfahrungen überhaupt als bedeutsam erscheinen.
    Glaubenssätze sind keine bloßen Meinungen, sondern innere Ordnungsprinzipien: Sie dienen der Komplexitätsreduktion, weil sie unsere Wahrnehmung strukturieren, Erfahrung Bedeutung verleihen und bestimmen, welche Möglichkeiten ein Mensch für realistisch, erlaubt oder erreichbar hält. Sie bündeln Erfahrungen, Erwartungen und Bewertungen zu einem Muster, durch das neue Situationen gedeutet werden und dadurch unsere Handlungsoptionen eingrenzen. 
    Ein Glaubenssatz ist eine verinnerlichte Überzeugung, die den Charakter einer inneren Wahrheit annimmt. Er kann bewusst ausgesprochen werden, etwa in Sätzen wie „Ich bin nicht gut genug“, „Menschen sind nicht verlässlich“ oder „Leistung macht mich wertvoll“. Häufiger jedoch bleibt er unausgesprochen und wirkt als stiller Hintergrund des Denkens. 
    Bei Glaubenssätzen müssen wir zwischen Wahrheit und Für-wahr-Halten unterscheiden. Der Mensch kann etwas glauben, ohne dass es wahr ist; zugleich kann ein Glaube sein Leben so stark prägen, als wäre er unumstößlich. Ein Glaubenssatz besitzt seine Macht also nicht durch objektive Gültigkeit, sondern durch existenzielle Geltung. Was ein Mensch für wahr hält, wird für ihn zur gelebten Wirklichkeit. Glaubenssätze sind daher nicht bloß Gedanken über die Wirklichkeit; sie sind Formen, in denen der Mensch sich selbst zur Wirklichkeit macht.
    Ist der Mensch frei, wenn seine Entscheidungen von unbewussten Überzeugungen gelenkt werden? Eine naive Vorstellung von Freiheit würde sagen, frei sei, wer tun könne, was er wolle. Doch wenn das Wollen selbst bereits durch innere Glaubenssätze geprägt ist, muss Freiheit tiefer ansetzen. Freiheit bedeutet dann nicht die Abwesenheit von Prägung, sondern die Fähigkeit, Prägungen bewusst zu erkennen, zu prüfen und gegebenenfalls zu überschreiten.
    Es kann also durchaus sinnvoll sein, das Unkraut zu erkennen und wenn nötig auszureißen.

    Viele Grüße

    Susanne Bender

    Eingetragen am 03.07.2026

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