Aktuelles aus dem EZETTHERA

EZETTHERA Newsletter September 2025

  • Tanztherapie, Tanztherapie-Ausbildung, Bewegungsanalyse, Ausbildung
  • Die Leere der Stille zum Leben erwecken, 
    heißt die Unendlichkeit der Klänge hervorzubringen.

    Takemitsu Toru (1930-1996), japan. Komponist

     

    Meine Gedanken dazu sind wie immer am Ende des Newsletters, aber dazwischen gibt es auch viele interessante Informationen. 

    Liebe Tanz- und Therapieinteressierten,

    nun gehen die Ferien bald zu Ende und wir müssen uns wieder mehr von innen wärmen. Dazu können unsere zahlreichen Angebote Brennmaterial liefern. In den nächsten Wochen werden wir auch die Planung für 2026 fortsetzen.

    Unser Büro ist bis zum 05.09.25 nicht besetzt. 

    Inhalt des Newsletters:

    1. Seminare und Workshops
    2. Kurse
    3. Tanztherapie-Ausbildung
    4. Anfahrt mit dem Schienenersatzverkehr

    1. Seminare und Workshops

    Seminare 2025

    Seminare 2026

    2. Kurse 

    Online-Kurse

    3. Tanztherapie-Ausbildung in München und Wien

    Das Einführungsseminar am 22.11.2025 ist das nächste Einführungsseminar für die Ausbildungen, die ab Mitte 2026 in Wien und Anfang 2027 in München beginnen. Der Aufbau der gesamten Ausbildung kann hier eingesehen werden.

    Wer an einem anderen Institut eine Grundausbildung in Tanztherapie gemacht hat und bei uns weiter studieren möchte, setzt sich bitte für eine Überprüfung der Anerkennung mit uns in Verbindung.

    4. Anfahrt mit dem Schienenersatzverkehr

    Wie so oft bei Bauarbeiten verzögert sich die Erneuerung der Tramgleise bis Ende des Jahres. Der Bus 19, der ab Lautensackstr. die Tram ersetzt fährt eine völlig neue Route. Das hat aber den Vorteil, dass der Bus sowohl an der S-Bahn Station Laim hält als auch an der U-Bahnstation Westendstr. Bitte informiert euch für aktuelle Informationen hier.

    ... Auch wenn jeder Mensch im Laufe seines Lebens wahrscheinlich einmal in einem Zustand ist, indem er sich leer fühlt und der Körper danach schreit, diesem Gefühl nachzugehen, ertragen wir die Leere nur sehr schlecht. Sie wird als bedrohlich wahrgenommen, und muss unverzüglich mit neuen Impulsen (meist von außen) gefüllt werden. Dabei ist die Leere an Ziele geknüpft. Nur wer Ziele hat, setzt sich der Gefahr der Leere aus, wenn er die Ziele erreicht hat. Der Mensch war vorher so auf das Erreichen des Ziels fixiert, dass er den Zugang zum eigenen Körper verliert. Warnsignale der Erschöpfung werden ignoriert. Es entsteht ein Zustand der Empfindungslosigkeit, nicht einmal negative Gefühle werden wahrgenommen, sondern einfach gar nichts. Jeder Antrieb fehlt, wie ein Roboter, der nur noch ferngesteuert durchs Leben geht. Jede Lebensphase bietet uns Leitplanken, die den eigenen Weg flankieren. In der Kindheit sind das die Eltern, Freunde, der Kindergarten, die Schule. Werden die Leitplanken nicht mehr gebraucht, entstehen durch Ausbildung, Universität, Partnerschaft Berufsleben, Ehe, Kinder wieder neue Leitplanken. Jeder Lebensabschnitt gibt uns also eine gewisse Struktur. Wenn man mit einem Abschnitt fertig ist, braucht man diese Leitplanken nicht mehr. Dann kann es aber passieren, dass einem auf einmal die Bestimmung verloren geht, und man nicht mehr weiß wohin. So gibt es zum einen die Leere, weil ein wichtiges Lebensziel nicht erreicht werden kann und man sich davon verabschieden muss: der Abschied vom Traum, eines Tages Profitänzerin zu werden, das fortschreitende Alter lässt den Kinderwunsch dahinschmelzen, der Kontakt zu den Eltern kann nicht mehr verbessert werden, weil sie gestorben sind. Es gibt aber auch die gegenteilige Gefahr der Leere.  Eine Leere, die eintritt, obwohl man genau das geschafft hat, wovon man immer geträumt hat. Aber was kommt nach dem Erreichen dieses wichtigen Zieles? In der Psychologie wird zwischen Annäherungs- und Vermeidungszielen unterschieden. Annäherungsziele sind Ziele, auf die wir uns zubewegen und die wir als positiv erleben. Sie motivieren uns, in unseren Bestrebungen vorzufahren. Vermeidungsziele wiederum sind unangenehme Entwicklungen, die man nicht erleben möchte. So arbeitet jemand über das Renteneintrittsalter weiter, nicht weil er Spaß an der Arbeit hat, sondern weil er getrieben wird von der Angst vor der Leere, dem Verlust von Struktur und Bedeutung. Der Mensch ist also getrieben von dem Ziel, diese Gefühle nicht zu spüren. Es wundert nicht, dass Menschen, die sich eher aus einer Vermeidungsmotivation heraus Ziele setzen, öfter depressiv werden als andere. Es gibt viele Ursachen dafür, warum Menschen mit Leere unterschiedlich umgehen. Wahrscheinlich tragen Biologie, Gene und Umwelt  dazu bei, wie ein Mensch auf eine innere Leere reagiert, ob er aus dieser schnell herausfindet oder an ihr zu knabbern hat. Diejenigen, die an der Leere verzweifeln, sind auf nur eine Sache fixiert. Fällt dieses Ziel weg, wissen sie nicht weiter im Leben. Es kann also hilfreich sein, sein Leben nicht nur auf einer Straße auszubauen, sondern ein ganzes Netz zu errichten, sodass man eine Alternative hat, wenn die Hauptstraße nicht mehr zu befahren ist. Wo sonst kann man Spaß, Zufriedenheit, Glück, Selbstwert oder Stolz herbekommen? Sind diese Leitplanken alle nur auf einer Straße angebracht, kann es gefährlich werden. Denn wenn diese Straße wegbricht, bricht alles weg. Vielfalt und Kreativität sind also die Wege, die aus einer inneren Leere in einen neuen Lebensabschnitt führen und die Unendlichkeit der Klänge anstimmen. 

    Viele Grüße

    Susanne Bender

    Eingetragen am 29.08.2025

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