Aktuelles aus dem EZETTHERA
EZETTHERA Newsletter Mai 2026
Den, der dir helfen konnte, zu vergessen, ist dasselbe wie ihn verachten.
Aus Kenia

Liebe Tanz- und Therapieinteressierten,
wir bieten mit unseren Angeboten vielfältige Hilfe an, die zur Selbsthilfe befähigt, durch größere persönliche oder berufliche Kompetenz. Ich wechsel im Monat Mai die Hilfsseite. Nach meiner Knie-OP am Montag werde ich nicht nur auf Krücken, sondern auch auf Hilfe angewiesen sein. Für mich immer kein leichtes, aber spannendes Lernfeld.
Inhalt des Newsletters:
- Seminare und Workshops
- Kurse
- Tanztherapie Podcast
1. Seminare und Workshops
- 23.-24.05.2026 Körperbild erfahren und gestalten mit Else Diederichs (nur noch 1 Platz frei)
- 30.-31.05.2026 Anatomie in der Tanztherapie - Bewegung verstehen mit Fenni Alsmeier
- 13.-14.06. + 11.-12.07.2026 Tanztherapie bei Traumafolgestörungen: Wissen und Wirken - Teil I + II mit Marianne Eberhard Kaechele. Dieses Seminar ist leider schon ausgebucht.
- 20.-21.06.2026 Tanz der Konflikte mit Jana Brettner
- 26.-27.09.2026 Moving Sticks mit Chetan Erbe
- 03.-04.10.2026 Bartenieff Fundamentals in der Tanztherapie mit Christel Büche
- 14.-15.11.2026 Tanz im Augenblick - Improvisation in der Tanztherapie mit Ellen Steinmüller
- 21.-22.11.2026 Der Welt mit Selbstregulation begegnen mit Barbara Birner
- 28.-29.11.2026 Bewegte Familienrekonstruktion in Köln mit Susanne Bender
Seminare 2027
- 23.-24.10.2027 Ich sehe was, was du nicht siehst - Bewegungsanalysecamp - Teil I mit Susanne Bender
- 20.-21.11.2027 Ich sehe was, was du nicht siehst - Bewegungsanalysecamp - Teil II mit Susanne Bender
- 25.-26.09.2027 Bewegte Familienrekonstruktion mit Susanne Bender
1. Kurse
- Jeden 1. Sonntag im Monat bieten fortgeschritte TanztherapiestudentInnen ExperimenTanz an, ein Angebot zur Selbsterfahrung:
- 03.05.2026 Gefühlsteppich
- 07.06.2026 Abgrenzung, in Verbindung sein
- 05.07.2026 Mit allen Sinnen
- 02.08.2026 Fühle Dich in Deinem Körper wohl
- 04.10.2026 Formen der Wertschätzung
- 06.12.2026 Bedürfnisse erkunden
- 02.04.-30.07.2026 zwei fortlaufende Gruppen in Tanztherapie mit Lucia Weber. Für diese Gruppen ist ein Erstgespräch notwendig. Die Kurse sind am 26.03.2026 angelaufen, in Einstieg ist noch möglich.
- Tanztherapiegruppe 1 - es bewegt mich, donnerstags von 16.15-17:45 Uhr.
- Tanztherapiegruppe 2 - es bewegt mich, donnerstags von 18:00-19:30 Uhr.
- 30.06.-28.07.2026 Tanztherapiegruppe - einfach mal sein mit Lucia Weber
- 24.09.-17.12.2026 Tanzen aus der Stille - Authentische Bewegung III/26 mit Susanne Bender.
- 11.10.2026-06.03.2027 Vorbereitungskurs für den Heilpraktiker für Psychotherapie mit Undine Uhlig
- In der Supervisionsgruppe in Salzburg freitags bei Susanne Bender sind Plätze frei.
Online-Kurse
- Die Online-Supervisionsgruppe dienstags bei Susanne Bender ist ein Platz frei.
- Die Online-Supervisionsgruppe freitags bei Susanne Bender ist ausgebucht. Man kann sich auf eine Warteliste setzen lassen.
- 16.09.-16.12.2026 - Kestenberg Movement Profile (komplette Reihe) mit Susanne Bender. Die 7 Module können auch einzeln gebucht werden.
- 29.09.-17.11.2026 Phasen der tanztherapeutischen Traumabehandlung mit Susanne Bender
3. Tanztherapie-Podcast
Der Tanztherapie-Podcast von Wiebke Würdig wächst weiter. Es lohnt sich also reinzuhören. Der Podcast erscheint zweiwöchentlich, immer donnerstags.
Hier könnt Ihr den Podcast hören: YouTube und Deezer oder Spotify und Apple Podcast
Folgt auch dem Podcast-Instagram-Profil, dort wird über neue Folgen usw. informiert: Instagram
...Hilfe anzunehmen ist für viele Menschen eine der schwierigsten Herausforderungen. Wer um Unterstützung bittet oder sie annimmt, macht sichtbar, dass etwas nicht allein gelingt: eine Aufgabe, eine Entscheidung, ein Übergang, eine Krise, eine körperliche Einschränkung. Wir alle wissen, dass wir aufeinander angewiesen sind, aber gleichzeitig gilt Unabhängigkeit als ein hohes Gut.
Schon im Alltag zeigt sich: Kaum etwas entsteht vollständig allein. Sprache, Wissen, berufliche Fähigkeiten und sogar Selbstbild werden in Beziehungen geformt. Wir vergessen schnell, das Hilfe anzunehmen kein Sonderfall ist, sondern ein Normalmodus menschlichen Handelns. Wer Unterstützung erhält, kann Ressourcen bündeln: Zeit, Erfahrung, Kraft und Perspektiven. Das gilt im Kleinen (eine Rückfrage an Kolleginnen und Kollegen) ebenso wie im Großen (Begleitung in Krankheit oder Trauer).
Zugleich ist Hilfe nie nur funktional, sondern immer auch Beziehungsgeschehen. Wer hilft, bietet nicht nur eine Leistung an, sondern Anerkennung und Zugehörigkeit: Wer Hilfe annimmt, sieht, dass der andere damit ausdrückt: „Du bist mir wichtig.“ In diesem Sinne kann das Annehmen von Hilfe selbst eine Form des Gebens sein – nämlich das Geben von Vertrauen und Nähe.
Es gibt leider nur einige emotionale Hürden, die das Annehmen von Hilfe erschweren. Da ist zum einen die Scham. Das Selbstbild lässt eine Bedürftigkeit nicht zu und erlebt Hilfebedarf schnell als Beweis von Unzulänglichkeit. Aus Scham wird dann Vermeidung: Man trägt zu viel allein, verschiebt Entscheidungen oder hält Probleme verborgen, bis sie größer werden.
Auch Stolz kann das Annehmen von Hilfe blockieren. Wer lange gelernt hat, sich auf sich selbst verlassen zu müssen, verbindet Autonomie mit Sicherheit. Hilfe anzunehmen wirkt dann wie Kontrollverlust – als würde man die eigene Lage in fremde Hände legen, was bei massiver Hilfsnotwendigkeit auch zutrifft. Hinzu kommen manchmal negative Erfahrungen: Hilfe, die beschämte, bevormundete oder später „in Rechnung gestellt“ wurde, macht misstrauisch gegenüber zukünftiger Unterstützung.
Ob Hilfe angenommen wird, hängt nicht nur von der Persönlichkeit ab, sondern von den vermittelten Normen. Hat jemand Sätze wie „Reiß dich zusammen“, „Du schaffst das schon“ oder „Belaste niemanden“ verinnerlicht, tut er oder sie sich schwer Hilfe anzunehmen.
Hilfe wird leichter annehmbar, wenn klar ist, welche Art von Unterstützung gebraucht wird. Manchmal geht es um konkrete Entlastung (jemand übernimmt eine Aufgabe), manchmal um Expertise (jemand erklärt), und manchmal um emotionale Begleitung (jemand hört zu, bleibt da). Missverständnisse entstehen häufig, wenn eine Person praktische Lösungen anbietet, während die andere vor allem verstanden werden möchte – oder umgekehrt.
Hilfe anzunehmen ist eine Kompetenz. Sie verbindet Selbstwahrnehmung („Ich merke, dass ich an eine Grenze komme“) mit Kommunikation („Ich kann das benennen“) und mit Beziehungsarbeit („Ich kann Vertrauen zulassen“). Hilfe anzunehmen ist deswegen ein paradox wirkender Akt: Er zeigt Verletzlichkeit und schafft zugleich Stärke. Wer Unterstützung zulässt, erweitert den eigenen Handlungsspielraum, schützt Ressourcen und vertieft Beziehungen. So wird das Annehmen von Hilfe nicht zum Gegenstück von Selbstständigkeit, sondern zu ihrer Voraussetzung: Denn echte Autonomie entsteht nicht im Alleingang, sondern in tragfähigen Verbindungen.
Viele Grüße
Susanne Bender
Eingetragen am 30.04.2026
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